Mediation bei Nachbarschaftskonflikten
Nachbarschaftskonflikte sind leider weit verbreitet und meist sehr andauernd. Es gibt die verschiedensten Gründe, weshalb solch ein Streit ausbrechen kann.
Es gibt keine Einigung über Wegerechtsprobleme bei einem gemeinsam genutzten Gründstück oder die Pflanzen gehen ihre eigenen Wege in Form von überhängenden Bäumen und Ästen. Gerade Obstbäume, die die überreifen Früchte abwerfen, können für einen Streit sorgen, da dieses Obst in Nachbars Garten landen könnte. Was leider auch immer wieder für Nachbarschaftskonflikte sorgen kann, sind lärmende Kinder im Garten oder auch im Treppenhaus. Aber nicht nur Kinder sind für ruhestörenden Lärm verantwortlich. Auch manche Gartengeräte oder andere Maschinen in der Wohnung oder im Haus können für eine dauerhafte Störung sorgen.
Das Alles erscheint auf den ersten Blick recht nichtig und nicht so furchtbar, dass ein jahrelanger Streit entbrennen könnte. Aber das ist leider weit gefehlt. Diese Grundlagen können für Machtkämpfe zwischen den einzelnen Parteien sorgen, so dass es kaum einen Weg zur Einigung geben kann. Selbst Richter sind mit einem fairen Urteilsspruch teilweise überfordert.
Daher sind die Richter dazu übergegangen, Mediatoren in solche Fälle mit einzubeziehen, wenn der Streit schon sehr lange geht. Irgendwann gibt es wirklich nur noch gegenseitige Vorwürfe, ohne noch auf die Argumente des anderen zu hören. Es wird dann immer mehr hervorgeholt, was bemängelt wird und so ist es eine ewige Spirale.
Der Mediator jedoch sucht nach Möglichkeiten, sich gütlich zu einigen. Das geschieht nicht beim ersten Zusammentreffen, aber ist durchaus Erfolg versprechend. Der Mediator spricht mit jedem einzelnen der Parteien und versucht, jeweils das Problem des anderen zu ergründen. Dann überlegt er sich, welche Möglichkeiten es gibt, um einen Kompromiss zu bewirken. Dazu müssen die Nachbarn erstmal dazu gebracht werden, nicht nur auf ihr Recht pochen zu wollen, sondern objektiv die ganze Situation zu erkennen. Je länger der Streit geht, umso schwieriger wird diese Aufgaben sein, weil niemand mehr den wirklichen Ursprung der Streitigkeiten kennt.
Der Mediator muss nun neutral bleiben und darf keinem der Parteien gegenüber seine Meinung mitteilen. Für ihn ist es nur wichtig, eine annehmbare Lösung zu finden, damit diese Streitigkeiten ein für alle Mal aus der Welt geschafft werden können. Hier wird sehr viel Geduld und auch Einfühlungsvermögen erwartet, die Überzeugungskraft ist auch nicht zu unterschätzen. Der Mediator schlägt beiden Parteien Lösungsmöglichkeiten vor, die von diesen dann angenommen oder noch verbessert übernommen werden können. Da hier jeder ein Mitspracherecht – aber auch das Recht einen Vorschlag machen zu können – hat, wären die Erfolgschancen durchaus größer. Nur auf diese Art kann man zu einem für alle annehmbaren Abschluss kommen.
Leider gibt es aber auch Fälle, die hoffnungslos sind. Wenn die Fronten schon so verhärtet sind und keinerlei Einsicht mehr zu finden ist, sind auch Mediatoren für Nachbarschaftskonflikte wirkungslos.
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