Einsatz des Mediators in Schulen
Der Einsatz von Mediation an Schulen wird bereits seit ein paar Jahren propagiert. Nun stellen sich jedoch viele potentielle Anwender die Frage, wie dieses Verfahren überhaupt funktioniert und was es beinhaltet. Mediation meint im Wesentlichen eine Vermittlung und ist eine Methode der Lösung von Konflikten. Der Leiter dieser Vermittlung ist der so genannte Mediator. Er fungiert als unparteiischer Dritter. Er überwacht und leitet die auf diese Weise kontrolliert ablaufende Konfliktlösung. Jedoch gibt er keine feste Methode der Lösung vor und dirigiert auch keinerlei Ergebnis.
Wesentliche Aufgabe einer Mediation und dem entsprechenden Mediator ist es, den betroffenen Personen zu helfen. Es wird aufgezeigt, wie man Gefühle und Interessen gewaltfrei zum Ausdruck bringen kann. Die erklärte Zielsetzung ist also eine Einigung der streitenden Parteien auf verbaler Ebene. Jedoch ist dieses Verfahren nicht einfach ohne Training umzusetzen. Der Weg zu einem Mediator will gelernt sein. Daher werden in entsprechenden Vorbereitungskursen Grundlagen trainiert. Diese beinhalten zum Beispiel sicheres Auftreten und die Führung der Diskussion.
Ebenso wichtig für eine erfolgreiche Streitschlichtung sind ein Sinn für Gerechtigkeit und eine Fähigkeit für Stimmungserkennung. Letzteres meint das Erfassen von Gemütszuständen der beteiligten Streitparteien. Der Nutzen einer Schule liegt hierbei auf der Hand. Im schulischen Alltag kommt es regelmäßig zu einfachen Streitereien, aber auch zu weitaus schwerwiegenderen Konflikten. Um solche Situation gekonnt zu lösen, bedarf es eines Mediators. Dieser bringt den Schülern bei, wie man Konflikte gewaltfrei lösen kann und wie man trotzdem seinem Gemüt Luft machen kann. Gleichzeitig können auf diese Weise auch Gefahrensituationen trainiert werden. Rassistische Beleidigungen und Übergriffe sind an deutschen Schulen leider keine Seltenheit. Derartige Konflikte und wie man am besten reagiert, genau das ist es, was eine Mediation vermitteln will.
Als Mediator ist es in den meisten Fällen nicht ratsam einen Lehrer, welcher bereits an der jeweiligen Schule arbeitet einzusetzen. Diesen Personen mangelt es nicht etwa an Professionalität. Vielmehr geht es darum, eine unparteiische Person in Konflikten eingreifen zu lassen. Lehrpersonen haben immer einen gewissen Ruf, welcher sich auf den Schlichtungserfolg auswirken kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Kinder dem Lehrer positiv oder eher negativ gegenüber stehen. Ein Mediator sollte nach außen unabhängig von der Schule agieren. Eher geeignet für eine solche Position ist ein Sozialarbeiter oder eine anderweitig psychologisch gebildete Person. Wichtig ist, dass der Mediator keine voreingenommenen Gefühle bei den Streitparteien auslöst. Genau dies kann jedoch nur bewerkstelligt werden, wenn er ausschließlich in Konflikten eingreift und eine friedliche Lösung herbeiführt. Am herkömmlichen Schulalltag darf der Mediator keinen Einfluss nehmen.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass Lehrer außen vor bleiben. Sie müssen selbstverständlich auch die Grundlagen der Mediation beherrschen und dazu beitragen, dass auch die Schüler den Sinn und Zweck der Mediation verstehen und annehmen. Der Erfolg dieses Programms kann nicht alleine von einem einzigen Mediator bestimmt werden. Hierzu sind mehrere Personen notwendig. So kann man beispielsweise auch Schülern ein solches Mediationstraining angedeihen lassen. Auf diese Weise lernen Schüler direkt den gekonnten Umgang mit Konflikten und können ihre Kenntnisse direkt auf andere Schüler übertragen. Jedoch bedarf es einer stabilen Führungskraft der Mediation. Diese muss über Jahre hinweg konsequent und effizient den Weg der Mediation verfolgen und durchsetzen. Die Langfristigkeit eines solchen Projektes ist der Schlüssel zum Erfolg. Kurzfristige Aktionen bringen auch nur kurzfristige Verbesserungen. Es sollte regelmäßige Sitzungen geben. Diese Art der Konfliktschlichtung ist besonders für Schüler der ersten und zweiten Sekundarstufe geeignet. Jedoch schließt dies die anderen Altergruppen natürlich nicht aus.
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